Wiesbaden, 28. Januar 2010 – Unternehmen halten trotz Wirtschaftskrise an der betrieblichen Altersversorgung (bAV) fest – oder bauen sie sogar aus. So lautet das Fazit der Konferenz „Betriebliche Altersversorgung 2010“ am 28. Januar in Wiesbaden, auf der neben zahlreichen Referenten namhafter Unternehmen erstmals auch gemeinsam bAV-Experten von Towers Watson auftraten. Die Beratungsgesellschaft war Anfang Januar aus der Fusion von Towers Perrin und Watson Wyatt Heissmann hervorgegangen.
„Die bAV liefert gute Argumente, um die besten Köpfe für das eigene Unternehmen zu gewinnen. Das wird spätestens im Aufschwung wieder relevant“, erklärt Stefan Recktenwald von Towers Watson, der die Konferenz moderierte. Kurzfristig stehe häufig noch das Kostenmanagement im Vordergrund, berichtet Dr. Guntram Hepperle von Towers Watson. Langfristig zeichne jedoch vor allem Risiko-Optimierung, Flexibilisierung und eine strategische Finanzierungsgestaltung eine zukunftsorientierte bAV aus. Dabei bestehe die Aufgabe des Arbeitgebers nicht nur in der Risikovermeidung, sondern vor allem Risikomanagement, betont der bAV-Experte. „Die entscheidende Frage lautet: Was kann das Unternehmen langfristig tragen und was steht dem als personalwirtschaftliches Asset gegenüber?“, so Hepperle.
Von dieser Überlegung ließ sich auch Alstom leiten. In enger Zusammenarbeit zwischen Vorstand, Betriebsrat und den Beratern von Towers Watson hatte das Energie- und Transportunternehmen seine bAV ausgebaut. Sein Ziel: Ein wettbewerbsfähiges und für alle Mitarbeiter einheitliches Versorgungsangebot, um Leistungsträger langfristig für Alstom zu gewinnen. Die neue Lösung, die gute Leistungen und langjährige Betriebstreue besonders honoriert, führt zum Teil zu deutlich höheren Betriebsrenten als bisher. Darüber hinaus bietet sie mehr Sicherheit – sowohl für das Unternehmen als auch für die Mitarbeiter, sind sich Finanzvorstand Dr. Karlheinz Eicher und Udo Belz, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats, einig. Dabei bleibt der Aufwand für Finanzierung und Verwaltung jederzeit kalkulierbar.
Einen weiten Blick in die Zukunft warf die EnBW Energie Baden-Württemberg AG mit einer Demografieanalyse. Detailliert ließ der Energieversorger die Berater von Towers Watson prüfen, wie sich die EnBW-Belegschaft in den kommenden 25 Jahren verändern wird. Wie wird die Altersstruktur aussehen? Wo sind Nachwuchssicherung oder Weiterqualifizierung erforderlich, um Wettbewerbsvorteile zu sichern? „Eine genaue und umfassende Analyse ist die Basis für eine nachhaltige Ausrichtung der HR-Strategie“, ist Dr. Ernst Biesalski, Strategisches Personalmanagement der EnBW überzeugt.
Auch die ersten bAV-Praxiserfahrungen mit dem neuen Versorgungsausgleich wurden auf der Konferenz erörtert. Gerade letzterer bedeutet einen erhöhten Administrationsaufwand für Arbeitgeber, berichtet Thorsten Linnmann, Head of Employee Benefits beim TÜV Süd. Daher sei die Abstimmung der internen und externen Prozesse von hoher Wichtigkeit.
Die aktuelle Rechtsprechung zur betrieblichen Altersversorgung und ihre Konsequenzen für die Gestaltung von Versorgungswerken diskutierten schließlich Dr. Gerhard Reinecke, Senatsvorsitzender am Bundesarbeitsgericht, Erfurt, und Rechtsanwalt Theodor B. Cisch, Towers Watson.
Die Konferenz wurde gemeinsam von Deutschen Institut für Betriebswirtschaft und Towers Watson organisiert.
Das Deutsche Institut für Betriebswirtschaft (dib) ist seit über 60 Jahren eines der führenden deutschen Institute auf dem Gebiet der betrieblichen Aus- und Weiterbildung. Ziel des Frankfurter Instituts ist es, eine Verbindung zwischen betriebswirtschaftlicher Forschung und unternehmerischer Praxis herzustellen.
Towers Watson ist eine weltweit führende Unternehmensberatung. Wir unterstützen Unternehmen bei der Optimierung ihrer Performance durch effektive Lösungen im Personal-, Risiko- und -Finanzmanagement. Mit ca. 14.000 Mitarbeitern weltweit beraten wir zu allen Aspekten der betrieblichen Altersversorgung, des Talent- und Vergütungsmanagements sowie des Risiko- und Kapitalmanagements.
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