Finanzierungsgrad von Schweizer Pensionsplänen nach IAS im 3. Quartal stark gesunken

Zürich, 16. November 2011 Gemäss dem Bericht Swiss Pension Finance Watch, der vierteljährlich von Towers Watson veröffentlicht wird, ist im 3. Quartal 2011 der Finanzierungsgrad eines typischen Schweizer Pensionsplans nach international anerkannten Rechnungslegungsstandards um rund 9 Prozentpunkte gesunken. «Dieser Rückgang widerspiegelt die Tatsache, dass im 3. Quartal die Anlageerträge negativ ausfielen und die Diskontsätze abnahmen», erklärt John Carter, Senior Consultant von Towers Watson Zürich. Die Kombination aus niedrigerem Anlagevermögen und höheren Verpflichtungen resultierte in einem Rückgang des als Benchmark fungierenden Pension Index: Der Index gab von 96,0 Zählern per 30. Juni 2011 auf 87,2 per 30. September 2011 nach.

Seit Anfang 2011 ist der Pension Index von 98,4 auf 87,2 Punkte gesunken, was unter anderem auf die niedrigeren Anlageerträge und Diskontsätze in diesem Zeitraum zurückzuführen ist. Der Pension Index lag jedoch per Ende September 2011 nach wie vor über dem Niveau während der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009. Ende März 2009 stand der Index auf 82,3 Zählern. «Dies widerspiegelt die Tatsache, dass heute mehr Anlagevermögen vorhanden ist als auf dem Höhepunkt der letzten Finanzkrise. Dies gleicht den seitherigen Anstieg der Verpflichtungen infolge niedrigerer Rechnungszinsen mehr als aus. Der Pension Index zeigt die Auswirkungen der Kapitalmarktentwicklung auf einen Benchmark-Pensionsplan mit einer festen Anlagestrategie. Jeder Plan, der nach der letzten Finanzkrise auf eine risikoärmere Anlagestrategie eingeschwenkt ist, hätte jedoch seither die anlagebezogenen Auswirkungen gemildert», meint John Carter.

Towers Watson Pension Index für die Schweiz

 

Einige Arbeitgeber prüfen, ob sie dieses Jahr erstmals Generationensterbetafeln verwenden sollen. Dies könnte eine weitere Erhöhung der Verpflichtungen dieser Unternehmen zum Jahresende nach sich ziehen. «Die Auswirkungen der Kapitalmarktentwicklung könnten zusammen mit einem weiteren möglichen Anstieg der Verpflichtungen aufgrund veränderter demografischer Annahmen zur Folge haben, dass viele Arbeitgeber für 2011 deutlich höhere Verbindlichkeiten bilanzieren müssen», erklärt John Carter von Towers Watson Zürich. «Führen Unternehmen die neuen Sterbetafeln ein, könnte dies einschneidende Konsequenzen haben. Es widerspiegelt jedoch die Realität der gegenwärtigen demografischen Herausforderungen, denen sich Firmen und Pensionspläne im Hinblick auf die langfristige Altersvorsorge stellen müssen.»

Hintergrundinformationen zur Studie

Der Swiss Pension Finance Watch untersucht vierteljährlich die Auswirkungen von Kapitalmarktentwicklungen auf die Finanzierung von Pensionsplänen in den grössten Pensionsmärkten der Welt. Die Studie ist ein Teil des Global Pension Finance Watch von Towers Watson, dessen Ergebnisse bis ins Jahr 2000 zurückgehen. Die Studienergebnisse werden vierteljährlich veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt auf dem Anlagevermögen/den Verpflichtungen. Der Bericht deckt Pensionspläne in Brasilien, Kanada, der Eurozone, Japan, der Schweiz, Grossbritannien und den USA ab.

Die Auswirkungen der Kapitalmärkte auf diese Pensionspläne betreffen zwei Bereiche:

  • Die Auswirkungen der Anlageperformance auf das Planvermögen
  • Die Auswirkungen von wirtschaftlichen Annahmen auf die Pensionsverpflichtungen (gemäss International Accounting Standards).

Dem Modell von Towers Watson liegt ein Benchmark-Pensionsplan zugrunde, der die Pensionsverpflichtungen und das Planvermögen (inkl. Vermögensmix) darstellt, die typischerweise in jedem Pensionsmarkt der Welt vorkommen. Anhand der Auswirkungen von Kapitalmarktentwicklungen auf das Vermögen und die Verpflichtungen wird ein Pension Index erstellt. Dieser bildet den Ausfinanzierungsgrad des Benchmark-Pensionsplans ab.