ZÜRICH 14. Juli 2015 – Im zweiten Quartal des Jahres wurde der kontinuierliche Rückgang des Diskontierungssatzes, der im Vorquartal einen historisch niedrigen Stand erreicht hatte, beendet. Dank des Anstiegs des Diskontierungssatzes um fast 30 Basispunkte gingen die Pensionsverpflichtungen entsprechend zurück. Diese gute Nachricht für Unternehmen wird jedoch zum Teil durch die negative Anlagerendite des Benchmark-Portfolios getrübt. Insgesamt stieg der Deckungsgrad (d. h. das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen) um 2,0 Prozentpunkte, wie aus dem Towers Watson Pension Index hervorgeht, der von 95,0 per 31. März 2015 auf 97,0 per 30. Juni 2015 kletterte.

Der Pensionsplanindex wird vierteljährlich von Towers Watson in deren Swiss Pension Finance Watch veröffentlicht und basiert auf den International Accounting Standards (IAS). Der Index stellt die quartalsweise Entwicklung des Ausfinanzierungsgrads dar, statt den sonst typischen Deckungsgrad der schweizerischen Pensionspläne anzugeben.

Kurze Atempause für Schweizer Vorsorgepläne – künftige Entwicklung ungewiss

«Die aktuelle Entwicklung der steigenden Diskontierungssätze ist sowohl für die Vorsorgepläne als auch für die Unternehmen als Plansponsoren längst überfällig und vielversprechend», kommentiert Peter Zanella, Head of Retirement Solutions bei Towers Watson in Zürich. Er fügt hinzu: «Dies könnte jedoch nur eine kurze Atempause darstellen. Angesichts der laufenden Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und Griechenland herrscht noch erhebliche Unsicherheit über die künftige Entwicklung der Aktien- und Anleihemärkte sowie der Entwicklung des EUR/CHF-Wechselkurses, die ebenso wichtig für die Schweiz ist.» Peter Zanella fährt fort: «In diesen Zeiten der Marktturbulenzen sollten Unternehmen und Vorsorgepläne sich hinsichtlich der kurzfristigen guten Nachrichten nicht in trügerischer Sicherheit wiegen, sondern die Situation genau beobachten, damit die Vorsorgepläne keinen unnötigen Risiken ausgesetzt werden.»

Abnahme der Verpflichtungen überwiegt schwache Anlageergebnisse

Der in den vorausgegangenen Quartalen zu beobachtende Trend kehrte sich um. In diesem Quartal wurden steigende Anleiherenditen und negative Anlagerenditen verzeichnet. Die Schweizer Renditekurve stieg über verschiedene Durationen hinweg um durchschnittlich etwa 20 Basispunkte. Damit sank der Wert der Pensionsverpflichtungen, da diese zu einem geringeren Satz abgezinst wurden. Der Rückgang der Pensionsverpflichtungen wurde durch die Minderung des Anlagewerts des Benchmark-Portfolios teilweise ausgeglichen, da die Rendite der von den Schweizer Pensionskassen üblicherweise gehaltenen Anlageklassen negativ war (gemäss BVG-40 plus Index von Pictet, der im Quartal um 2,4% sank). Insgesamt wirkt sich aber der Rückgang der Pensionsverpflichtungen stärker als die schwachen Anlageergebnisse aus, und führt damit zu einer Erhöhung des Deckungsgrads im letzten Quartal. Wenn sich der kurzfristige Trend steigender Zinsen bis zum Jahresende fortsetzt, könnten die Unternehmen geringere Pensionsverpflichtungen in ihren Jahresabschlüssen ausweisen.

«Entgegen den Erwartungen haben sich die Nachrichten über einen möglichen EU-Austritt Griechenlands für die Vorsorgepläne, wegen der damit einhergehenden Zinserhöhung als positiv erwiesen. Letztere dürfte auf die zunehmende Angst vor einer Ansteckungsgefahr in der Eurozone zurückzuführen sein. Aufgrund der Möglichkeit einer Ausweitung der griechischen Schuldenprobleme auf andere Länder, haben Anleger damit begonnen, Anleihen vieler europäischer Länder abzustossen», bemerkt Adam Casey, Senior Consultant bei Towers Watson.

Towers Watson Pension Index für die Schweiz
Swiss Pension Index – Q2/2015

Hintergrundinformationen zur Studie

Der Swiss Pension Finance Watch untersucht vierteljährlich die Auswirkungen von Kapitalmarktentwicklungen auf die Finanzierung von Pensionsplänen in der Schweiz. Die Studie ist Teil des Global Pension Finance Watch von Towers Watson, dessen Ergebnisse für die wichtigsten Pensionsmärkte der Welt bis ins Jahr 2000 zurückgehen. Die Studienergebnisse werden vierteljährlich veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt auf dem Anlagevermögen und den Verpflichtungen. Der Bericht deckt Pensionspläne in Brasilien, Kanada, der Eurozone, Japan, der Schweiz, Grossbritannien und den USA ab.

Die Auswirkungen der Kapitalmärkte auf diese Pensionspläne betreffen zwei Bereiche:

  • Die Auswirkungen der Anlageperformance auf das Planvermögen
  • Die Auswirkungen von wirtschaftlichen Annahmen auf die Pensionsverpflichtungen (gemäss International Accounting Standards)

Dem Modell von Towers Watson liegt ein Benchmark-Pensionsplan zugrunde, der die Pensionsverpflichtungen und das Planvermögen (inkl. Vermögensmix) darstellt, die typischerweise im jeweils betrachteten Pensionsmarkt vorkommen. Anhand der Auswirkungen von Kapitalmarktentwicklungen auf das Vermögen und die Verpflichtungen wird ein Pension Index erstellt. Dieser bildet die Veränderungen im Ausfinanzierungsgrad des Benchmark-Pensionsplans ab.

Über Towers Watson

Towers Watson, eine der führenden Unternehmensberatungen weltweit, unterstützt ihre Kunden, den Unternehmenserfolg durch ein effektives HR-, Finanz- und Risikomanagement zu steigern. Mit rund 16.000 Mitarbeitern weltweit entwickelt das Unternehmen Lösungen in den Bereichen berufliche Altersvorsorge und Nebenleistungen, Personal- und Vergütungsmanagement sowie Risiko- und Finanzmanagement, einschliesslich der Beratung von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen. In der Schweiz ist Towers Watson mit Büros in Zürich und Lausanne vertreten.