Der „fünfte Durchführungsweg“ der bAV verzeichnet seit Jahren ein beständiges Wachstum. Auf Unternehmenspensionsfonds entfällt der Großteil der Pensionsfonds-Deckungsmittel. Der Willis Towers Watson Pensionsfonds punktet im Anbieterbereich mit flexiblen Lösungen bei Unternehmenstransaktionen und der ersten Umsetzung einer garantielosen bAV.

Von der Stunde Null zum siebtgrößten Pensionsfonds in Deutschland

Ab der „Stunde Null“ – seit Pensionsfonds 2002 gesetzlich ermöglicht wurden – hat Willis Towers Watson die Gestaltung von Pensionsfonds in Deutschland aktiv begleitet. Das umfasst die Gestaltung und den Betrieb von Unternehmenspensionsfonds, aber auch die Beratung von Anbieterpensionsfonds. Als sich im Zuge der Entwicklung des Pensionsfondsmarktes (siehe Abbildung) der Bedarf für ein zusätzliches Angebot – nämlich ein flexibles Pensionsfondsinstrument, das modular auf die Bedürfnisse von Unternehmen eingehen kann – entstand die Idee für einen Willis Towers Watson Pensionsfonds. Am 1. Februar 2013 wurde die damalige Towers Watson Pensionsfonds AG zum Geschäftsbetrieb zugelassen (siehe Benefits! März 2013) und konnte sich rasch im Markt etablieren. Im Fokus standen zunächst die Auslagerung von Rentenverpflichtungen aus Direkt- oder Unterstützungskassenzusagen auf den Pensionsfonds. 

Marktführendes Erfahrungswissen bei Bestandsübertragungen

Genutzt wird der Pensionsfonds auch als Anschlusslösung für Unternehmenspensionsfonds bei Transaktionen. Dann soll meist der bisherige Unternehmenspensionsfonds von den Verpflichtungen befreiet werden, die er nach der Transaktion gegenüber den Berechtigten hat, die nun einem anderen Unternehmen bzw. Konzern zugeordnet sind. Neben der Übertragung des Past Service, d. h. vor allem von Verpflichtungen gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitern (Rentner, Versorgungsanwärter mit unverfallbarer Anwartschaft), kommt es bei solchen Transaktionen regelmäßig auch zum Transfer von aktiven Mitarbeitern. Hier bietet der Willis Towers Watson Pensionsfonds (ggf. in Kombination mit dem Gruppen-CTA von Willis Towers Watson) die Möglichkeit, auch die Verpflichtungen gegenüber aktiven Mitarbeitern aufzunehmen und zusagegemäß beim neuen Unternehmen bzw. Konzern fortzuführen. 

Rein rechtlich ist für solche transaktionsbegleitende Übertragungen eine Bestandsübertragung im Sinne von § 13 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) erforderlich. Der Willis Towers Watson Pensionsfonds hat inzwischen Bestände von mehreren Unternehmenspensionsfonds übernommen und dafür jeweils auch die Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erhalten. Für Bestandsübertragungsfragen, die im Detail zu komplexen Diskussionen mit der Aufsichtsbehörde führen können, verfügt der Willis Towers Watson Pensionsfonds dementsprechend nunmehr über ein marktführendes Erfahrungswissen.

Auf dieser Basis hat sich der Willis Towers Watson Pensionsfonds in den letzten fünf Jahren mit einem Sicherungsvermögen von gut 1 Mrd. Euro als einer der großen deutschen Anbieterpensionsfonds etabliert.

Beitragszusage ohne pensionsplanmäßige Garantie

Mit Inkrafttreten des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) wurde jetzt auch die Option geschaffen, im Willis Towers Watson Pensionsfonds eine Beitragszusage ohne pensionsplanmäßige Garantie für Aktivenbestände durchzuführen. Damit besteht nunmehr die Möglichkeit, Beitragszusagen mit Mindestleistung ohne versicherungsförmige Garantien über die gesamte Laufzeit der Verpflichtung, also auch in der Verrentungsphase, durchzuführen. Dies erlaubt die Umsetzung der nichtversicherungsförmigen Verrentung nach § 236 Abs. 2a VAG, eine Verrentungsform, die mit deutlich höheren Startrenten im Vergleich zu üblichen versicherungsförmigen Verrentungen punktet und damit klaren Mehrwert für Unternehmen und Mitarbeiter schafft. 

Flexible Prozesse, flexible Kapitalanlage

Das flexible System des Willis Towers Watson Pensionsfonds beschränkt sich nicht nur auf die Prozesse auf der Bestandsverwaltungs- und Verpflichtungsseite; er bietet auch für die Kapitalanlage des Sicherungsvermögens zahlreiche Möglichkeiten. Der Investmentbereich von Willis Towers Watson bietet neben Beratung auch Fiduciary-Lösungen für größere Vermögensbestände an. Für kleinere Sicherungsvermögen hat sich als vergleichsweise einfach umzusetzendes Modell die Nutzung einer spezifisch für Pension Assets konzipierten Investmentlösung etabliert, die kosteneffizient über zwei Spezialfonds abgebildet werden kann. Bei Auslagerung von Rentenverpflichtungen ist z. B. auch die Nutzung von beim Trägerunternehmen ggf. bereits vorhandener Pension Assets oder ggf. auch der Einsatz eigener Investment Consultancies möglich. 

Skaleneffekte sofort für Sozialpartnermodelle nutzbar

Mit dem BRSG hat der Gesetzgeber die Möglichkeit reiner Beitragszusagen auf tariflicher Ebene geschaffen. In der Durchführung beschränkt auf Pensionsfonds, Direktversicherungen und Pensionskassen, besteht hier lediglich eine Beitragsverpflichtung der Arbeitgeber. Die Leistungsziehung besteht nur zum Versorgungsträger. Die reine Beitragszusage, die der weiteren Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) dienen soll, kann auch über einen bestehenden Versorgungsträger durchgeführt werden. Damit können die Sozialpartner hierfür bereits bestehende Versorgungsträgerstrukturen nutzen, Gründungsaufwand sparen und bewährte Prozesse zur Abstimmung aufsichtsrechtlicher Anforderungen nutzen. 

Mit einem neuen Pensionsplan hat der Willis Towers Watson Pensionsfonds die Grundlage dafür geschaffen, die reine Beitragszusagen in der Zukunft durchführen zu können. Dies erlaubt es, den Sozialpartnern die Nutzung eines bereits bestehenden Pensionsfonds zur Durchführung von reinen Beitragszusagen (§ 1 Abs. 2a Betriebsrentengesetz – BetrAVG) zu ermöglichen und bestehende Skaleneffekte in der Kapitalanlage auch für eine neue reine Beitragszusage sofort wirksam zu machen.

Ausblick

Pensionsfonds haben sich als Bestandteil von Derisiking-Maßnahmen sowie im modernen Pensionsplandesign für risikoaverse Gestaltungen im deutschen bAV-Markt etabliert. Das modulare und flexible Angebot des Willis Towers Watson Pensionsfonds erlaubt je nach Größenordnung der Sicherungsvermögen einer Trägergesellschaft hocheffiziente Lösungen bis hin zur Umsetzung von Sozialpartnermodellen. Damit trägt Willis Towers Watson dem Grundgedanken des BRSG Rechnung – nämlich dem bAV-Markt in Deutschland ein Angebot zur Verfügung zu stellen, das mit einfachen und leistungsstarken Lösungen die weitere Verbreitung der bAV zu fördern imstande ist.