Am Regulierungshimmel ziehen neue dunkle Wolken auf: Versicherer müssen sich zügig an die Umsetzung von IFRS 17 machen.

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat sich nach zwei Jahrzehnten der Beratung und des Ringens mit der Versicherungsindustrie auf den weltweit einheitlichen Rechnungslegungsstandard IFRS 17 für Versicherungsverträge geeinigt. Beim letzten Treffen des IASB – dem zweiten Meilenstein in der gesamten Entwicklung – wurde klar, dass es nun keine weiteren Sitzungen mehr geben wird und der Standard im Mai 2017 veröffentlicht werden kann.

Nächstes Megaprojekt für Versicherer

Für die Versicherungsbranche heißt das: Umgehend an die Arbeit, sobald die derzeitigen Jahresabschlussarbeiten beendet sind! Die Planung dieses neuen „Megaprojektes“ bedeutet für die Versicherer einen sehr hohen Aufwand in vergleichsweise kurzer Zeit – und nicht zuletzt hohe Kosten. Denn für die aufwändige Implementierung bleiben lediglich drei Jahre. IFRS 17 soll zum 1. Januar 2021 in Kraft treten und erfordert somit eine Eröffnungsbilanz bereits für 2020. Dagegen konnten sich die Versicherer auf Solvency II immerhin jahrzehntelang mit umfangreichen begleitenden Feldstudien vorbereiten.

IFRS 17 Versicherungsverträge umsetzen – fünf Punkte, die wichtig sind:

  1. Wie wird IFRS 17 in der eigenen Gesellschaft implementiert, und welche Kosten fallen dafür an?
  2. Wie werden sich Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung für jede einzelne Produktlinie des Versicherers verändern?
  3. Wie beeinflusst IFRS 17 derzeitige strategische Geschäftsentscheidungen und Pläne?
  4. Wie sind IT-Systeme und Prozesse an IFRS 17 anzupassen?
  5. Wie können Versicherer IFRS 17 in das Management und die Kommunikation von Solvency II und anderen Messgrößen integrieren?

Implementierung und Software für IFRS 17

Viele Versicherer haben sich bislang auf einen langen, schleichenden Prozess eingestellt und ihre vorbereitenden Aktivitäten minimiert. Doch spätestens jetzt ist es an der Zeit zu handeln: Versicherer müssen für ihr Unternehmen die zentralen Aktivitäten sowie Software-Tools definieren, die sie für die Implementierung von IFRS 17 startklar machen.

Eine verpflichtende Anwendung gilt in der Europäischen Union insbesondere für alle börsennotierten Gesellschaften. Nach Veröffentlichung des Standards durch das IASB bedarf dieser noch der Zustimmung der EU-Kommission.

Weitere Informationen auf der Willis Towers Watson Website zu IFRS 17.